Faszination Bogenschießen - ein Erfahrungsbericht

Was mich am Bogensport fasziniert? Das ist nicht leicht beantwortet. Seit gut eineinhalb Jahren bin ich Vereinsmitglied und trainiere wenn es geht 1 - 2 mal in der Woche. Nach anfänglich spürbaren Fortschritten – immer wieder gefördert durch hilfreiche Tipps und Korrekturen unserer erfahrenen Schützen – trete ich zeitweise auf der Stelle. Dann wieder ziehe ich aus Bogensport-Büchern diesen und jenen Hinweis, und siehe da, es wird besser. Dabei tröstet mich der Ausspruch eines unserer Experten ganz am Anfang: „Anfänger bist Du 3 Jahre“ – und das lässt mich hoffen.

Warum ich das auf mich nehme? Es ist die Faszination für eine Sportart, bei der Kraftaufbau, Körperbeherrschung, Konzentration und gleichzeitig Gelassenheit gefordert und gefördert werden. Es ist, wie ich manchmal sage, „Schönschreiben mit Kraft“!

Und dann kommt der Ehrgeiz. Man weiß ja, und sieht es jedes Mal beim Training: es kann gelingen, die Pfeile im Gold zu platzieren! Noch streuen meine Pfeile auf der Scheibe, manchmal gelingt mir schon eine schöne Gruppierung. Noch zu selten gelingt es bewusst, den Pfeil genau im Gold landen zu lassen. Und dann kommt es , dieses unglaublich tolle Gefühl des Erfolgs, nach dem man schon etwas süchtig werden kann!

So einfach ist das? - Sollte man meinen. Als „Stammesältester“ hoffe ich, dass Gesundheit und Fitness mir noch viele Jahre mit diesem schönen Hobby erlauben!

Meinen Dank nochmals an die Trainer, die mit größter Geduld immer wieder auf die grundlegenden Dinge hinweisen: festen Stand, Bogenhand am Druckpunkt, Bogenarm strecken, ankern, sich Zeit zum Ausrichten nehmen, locker lösen, nachhalten, entspannen.

heino


Wie es begann - Mein Start in den Bogensport

Im Mai 2012 – begleitete ich meine Enkelin Ida (7 Jahre jung) zum Bogenschießen auf den Schießplatz der Werderaner Bogenschützen. Meine Tochter war an diesem Tag verhindert und so übernahm ich den Job des Begleiters – und blieb hängen! Wie kam das, denn ich mit meinen 65 Jahren als künftiger Bogenschütze? Das wäre mir zuvor recht vermessen vorgekommen. Es stimmte einfach von Anfang an die Atmosphäre unter den Vereinsmitgliedern. Unkompliziert, offen und entgegenkommend, Verständnis für Anfänger, ohne elitäres Gehabe – eben kameradschaftlich-sportlich! Matthias Wolter, Vorstandmitglied und Trainer unseres Vereins, fragte, ob ich Lust hätte, einmal zu probieren, drückte mir seinen Trainings-Recurve in Hand und los ging`s. Offenbar stellte ich mich nicht ganz ungeschickt an und irgendwie sprang der Funke gleich über. Ich war die nächsten Trainingszeiten wieder mit dabei. Nach dem vierten-fünften Mal stand mein Entschluss fest: ich wollte Mitglied werden und trat zusammen mit meiner Enkelin dem Verein offiziell bei. Sie, nun die Jüngste und ich, der Älteste – ein schöner Spagat … Wir besorgten uns zunächst einen Leihbogen. Die 25,-€ pro Halbjahr sind ein faires Angebot. So kann man in Ruhe testen, welche Zugkraft passend für sich selbst ist. Mit anfangs 24 Pfund Zuggewicht bin ich jetzt bei 28 Pfund durch unkomplizierten Umtausch der Wurfarme angelangt. Aber wie das so ist, steigt man erst einmal in ein Gebiet ein, lernt man schnell, wie umfangreich alles wird. Jetzt steht für mich die Frage, welchen Weg sollte ich gehen: Jagdbogenklasse oder Blankbogen? Compoundbögen sehe ich persönlich als zu technisch an. Denn im Bogensport spielt auch die persönliche Ästhetik keine kleine Rolle. Zu Weihnachten gönnte ich mir einen 3-teiligen Jagd-Recurve mit 64 Zoll Länge und 35 Pfund Zuggewicht. Für mich eine echte Herausforderung. Nun heißt es üben, üben, üben! Ich möchte an dieser Stelle allen gestandenen Vereinsmitgliedern herzlich danken für die zahlreichen Hinweise und zum Teil unermüdlichen Bemühungen, dass aus mir vielleicht einmal ein „trefflicher“ Bogenschütze wird. Ganz besonders danke ich Matthias für seine Hilfe beim Einstieg, Micha, Marco und Silke für ihre wertvollen Tipps. Es macht jedes Mal Spaß, mit dabei zu sein.